Freitag, 01. Juli 2016
Notruf: 112

Feuerwehr-Einsatzkräfte für Feuerwehr-Einsatzkräfte

Die Peers im Landkreis Aichach-Friedberg sind speziell geschulte Angehörige der Feuerwehr, die sich im Bereich psychosoziale Notfallversorgung weitergebildet haben, um als Ansprechpartner für Feuerwehrkameraden vor - in - und nach stressigen Situationen bzw. Einsätzen zur Verfügung zu stehen.

Einsatzkräfte sind gewohnt mit Stress und Belastung umzugehen.

Manche Einsätze können jedoch eine außergewöhnliche seelische Belastung darstellen.

Nicht nur die Opfer von Unfällen, Katastrophen und Gewalt sind dem Risiko ausgesetzt, belastet zu werden, sondern auch deren Helfer.

Ereignisse, die für Einsatzkräfte besonders belastend sein können, sind z.B.:

        • Tod oder schwere Verletzung eines Kindes

        • Mehrere Verletzte oder Tote

        • Persönlich bekannte Verletzte oder Tote

        • Tod oder Verletzung eines Kameraden/Kollegen

        • Eigene körperliche Verletzung oder Lebensgefahr

        • Unerwartete Situationen

        • unzutreffendes Meldebild

        • Nicht helfen können

        • Erleben von Schuld (auch unbegründet)

 

Auf diese belastenden Einsätze reagiert jeder anders.

Alle Reaktionen sind zunächst angemessene Reaktionen auf außergewöhnliche Belastungen. Vorbereitung auf belastende Einsätze und frühzeitiges Erkennen der Anzeichen einer akuten Belastungsstörung hilft bei der Bewältigung. Grundlegende Veränderungen im Befinden sollten nicht länger als zwei bis vier Wochen andauern.

Zu diesen grundlegenden Veränderungen zählen sämtliche Verhaltensveränderungen, die man selbst - oder auch die Freunde bzw. die Familie - an sich bemerkt.

Sollte es zu solchen Veränderungen kommen, ist es wichtig zu wissen, dass die eigenen Reaktionen ganz normale Reaktionen auf eine ungewöhnliche Situation sind.

In diesem Falle ist es am besten, sich das Bild des "Ruderbootes" ins Gedächtnis zurück zu rufen...

Einerseits sollte man sich mit der Situation auseinandersetzen indem man mit anderen (z.B. mit Feuerwehrkameraden, mit der Familie,...) darüber spricht,

andererseits benötigt man auch einen gewissen Abstand zu dem Erlebten. Den erhält man indem man Sport treibt, sich mit anderen trifft und versucht, seinen Alltag weiterzuleben.

 

 

 Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)