Donnerstag, 01. Oktober 2020
Notruf: 112

15 Einsätze innerhalb von 7 Stunden

Zum wiederholten Male veranstaltete die Feuerwehr Pöttmes am 21. September anlässlich der bayerischen Feuerwehraktionswoche einen Übungstag, bei dem zahlreiche Einsatzübungen unter möglichst realistischen Bedingungen absolviert wurden.

Der erste Alarm ereignete sich am Samstagnachmittag um 14.15 Uhr. Eine Person wurde von einem Bus angefahren, lag unter dem Bus und war mit einem Fuß unter dem Reifen eingeklemmt.

Mit einem Spreizer befreiten die  Einsatzkräfte das Bein der eingeklemmten Person und übergaben sie in die Obhut der Kräfte des Rettungsdienstes vom BRK Pöttmes. Auf dem Rückweg zum Feuerwehrhaus ging bereits der zweite Alarm ein. Eine Person wurde auf einem Jagdstand im Pöttmesser Westend vor dem Ochsenkreuz angeschossen aufgefunden. Die Person wurde vom Rettungsdienst umgehend medizinisch versorgt. Um sie jedoch möglichst schonend von dem Jagdstand herunter zu bekommen, wurde mit Hilfe der Seilwinde die Schleifkorbtrage langsam zum Boden gelassen.

Um 15.00 Uhr ging erneut ein Alarm bei der Pöttmesser Wehr ein. Eine Person steckte im Aufzug fest und musste befreit werden. Die Einsatzkräfte befanden sich noch mitten in der Befreiungsaktion, als im Ort die Sirene ertönte. Ein Feuermelder hat im Rathaus Alarm geschlagen. Alle frei verfügbaren Feuerwehrleute begaben sich deshalb schnellstmöglich mit ihren Fahrzeugen zum Rathaus. Dort ging ein Atemschutztrupp, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera und den Laufkarten, in das Gebäude, um den entsprechenden Feuermelder zu finden. Wie sich herausstellte, handelte es sich hierbei glücklicherweise um einen Fehlalarm. 

Um sich von den Strapazen der bisherigen Alarmfahrten zu erholen, gab es für alle Beteiligten Kaffee und Kuchen am Feuerwehrhaus. Allerdings war auch hierbei Eile angesagt, denn der nächste Alarm ließ nicht lange auf sich warten. Eine Person soll von einem LKW erfasst worden sein. Da es Unklarheiten bei der Alarmmeldung gab, wurde zunächst in der von-Gumppenberg-Str. nach der verunfallten Person gesucht. Ein solches Szenario, mit ungenauer Lagemeldung, kommt leider auch immer wieder im „echten“ Einsatzalltag vor. Auch in dieser Einsatzfahrt stellte sich bald heraus, dass es sich nicht um die von-Gumppenberg-Straße, sondern um den Gumppenberg in Pöttmes handelte. Hier wurde eine Person aufgefunden, die von einem LKW erfasst und darunter eingeklemmt wurde. Mit Hilfe von Hebekissen und Holzbohlen konnte die Person schnell befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Als um 15.50 Uhr ein weiterer Alarm in Pöttmes einging, waren selbst die Organisatoren des Aktionsnachmittages überrascht. Bei dem Alarm „Öl auf Gewässer“ handelte es sich nämlich nicht um ein geplantes Übungsszenario, sondern um einen tatsächlichen Einsatz, der aber zügig und unkompliziert von der Wehr abgewickelt wurde.

Einen auf den ersten Blick dramatischen Eindruck vermittelte der „geplante“ Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten, schwerverletzten Personen. Ein PKW ist von der Straße abgekommen und stark verformt an einem Baum vorgefunden . Die beiden „bewusstlosen“ und mit Unfallverletzungen geschminkten Personen wurden mit hydraulischem Rettungsgerät aus ihrer misslichen Lage befreit. Die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften der Feuerwehr Pöttmes und dem Rettungsdienst lief bei diesem, wie auch bei allen anderen Einsätzen tadellos ab. Auch als es eine Stunde später galt, den Piloten eines abgestürzten Kleinflugzeuges im Wald zu suchen, arbeitete man sofort zusammen und teilte sich auf, um die Person schnellstmöglich zu finden. Wie sich herausstellte, war der Pilot mit seinem Fallschirm aus dem abstürzenden Flieger gesprungen und hatte sich in einem Baum verhangen, wo er in ca. 6 Metern Höhe festhing. Ein Feuerwehrmann stieg mit Hilfe der Schiebleiter auf den Baum und lies die Person langsam zu seinen Kameraden ab. Als dieser Einsatz beendet war, freuten sich alle Beteiligten auf das warme Abendessen.

Zum Verdauen blieb den Einsatzkräften aber auch jetzt nur wenig Zeit, denn um 19.00 Uhr mussten sie zu einem Zimmerbrand ausrücken. Ein Anbau  hat gebrannt und der Besitzer des Hauses wurde noch vermisst. Hier rückten zwei Atemschutztrupps in den stark verrauchten Anbau vor. Ein Trupp kümmerte sich um die Löscharbeiten, während der zweite Trupp die vermisste Person suchte und aus dem verqualmten Gebäude rettete. Auch hier fuhr die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges parallel einen Fahrzeugbrand-Einsatz. Kaum dass die Gerätschaften in den Fahrzeugen verstaut waren, mussten sich die Einsatzkräfte erneut aufteilen. Drei Fahrzeuge kümmerten sich um eine Rauchentwicklung in einem Keller, während die restlichen Einsatzkräfte sich um eine Person kümmern mussten, die in eine Baugrube gestürzt war.

Zum Abschluss dieses überaus anspruchsvollen, aber sehr interessanten und lehrreichen Tages, wurden alle Einsatzkräfte zu einem Verkehrsunfall an der Maiermühle alarmiert. Ein PKW war hierbei in den Bach gestürzt, der Fahrer war bewusstlos. Von dem Fahrer des anderen Fahrzeuges fehlte jede Spur und die Beifahrerin war eingeklemmt. Auch hier arbeiteten alle Kräfte sofort zusammen und teilten sich auf. Während sowohl die eingeklemmte Beifahrerin befreit als auch der in den Bach gestürzte PKW vor dem endgültigen Abrutschen abgesichert wurde, suchten die verblieben Einsatzkräfte nach dem vermissten Fahrer des einen Unfallfahrzeuges.

Gegen 21.00 Uhr endete dieser Einsatz und damit auch der Aktionstag der Pöttmesser Feuerwehr. Ein solch vielfältiger Übungsnachmittag erfordert sowohl von den Einsatzkräften, aber auch von der Wehrleitung und den Organisatoren, sehr viel Engagement. Der Lerneffekt eines solchen Übungstages dürfte allerdings ebenfalls um ein vielfaches höher sein, als bei Einzelübungen. Davon konnten sich auch Kreisbrandrat Ben Bockemühl und Kreisbrandmeister Thomas Pechmann überzeugen, die sich direkt vor Ort einen eigenen Eindruck von der Arbeit der Kameraden verschafften. Am Ende des Abends waren alle Beteiligten sichtlich erschöpft aber zufrieden. Kommandant Richard Hammerl bedankte sich abschließend auch bei allen und wünschte sich auch für die Zukunft eine solch engagierte und gute Zusammenarbeit mit allen Anwesenden.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der FF Pöttmes.


Schwäbischer Feuerwehrtag