Montag, 09. Dezember 2019
Notruf: 112

Offizieller Start der UG-Feuerwehr

Die Feuerwehren in Bayern sind in der glücklichen Lage, dass man schnell sehr viel Personal an einer Einsatzstelle haben kann, wenn man es benötigt. Allerdings ist es auch eine Herausforderung, mehrere Einheiten taktisch richtig einzusetzen und zu führen.

Der Einsatzleiter muss sich einigen Problematiken widmen und viel Organisatorisches erledigen. Trotzdem soll er den Überblick bewahren um richtige Entscheidungen treffen zu können. Gleichzeitig muss gefunkt, immer wieder die Lage neu beurteilt, und vorausgeplant werden. Das alles alleine zu bewerkstelligen ist schier unmöglich. „Wer zu viel selbst macht, verliert den Überblick“ ist ein Spruch, der die Problematik trifft. Um Führungskräfte tatkräftig zu unterstützen gibt es deshalb Führungsassistenten, die einen Teil der Arbeit, wie zum Beispiel die Kommunikation über Funk übernehmen. Dehnt sich die Lage weiter aus, werden die Führungsaufgaben mehr und intensiver. Dann benötigt man ein ganzes Team zur Unterstützung.

Hierfür wurde durch die Kreisbrandinspektion ein neues Konzept für den Landkreis Aichach-Friedberg erarbeitet, das vergangenes Jahr zum 01.10.2018 in Kraft getreten ist. In diesem Konzept sind auch drei UG-FW vorgesehen, die nun zum 01.10.2019 offiziell ihren Einsatzbetrieb aufnehmen.

Die Aufgaben der Unterstützungsgruppe Feuerwehr sind unter anderem die Kommunikation über Funk, die Protokollführung, die Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen, sowie dem Einsatzleiter graphisch einen Gesamtüberblick durch Zeichnungen und Auflistungen zu verschaffen. Kurz gesagt: Das Team der UG-Feuerwehr hält dem Einsatzleiter den Rücken frei, sodass er sich voll und ganz auf den Verlauf der Lage konzentrieren kann.

Die Planungen des Konzeptes und die ersten Besprechungen begannen bereits im Jahr 2017.

Das Team der UG-Feuerwehr setzt sich aus Mitgliedern und Führungsfahrzeugen der Feuerwehren Aichach, Friedberg und Mering zusammen, wobei jede Wehr eine eigene Alarmierungsschleife erhält. Was hierbei erwähnt werden sollte ist, dass die Unterstützungsgruppen lediglich unterstützen und keine Einsatzleitung übernehmen. Einsatzleiter ist nämlich laut Gesetz der örtlich zuständige Kommandant, bzw. sein Stellvertreter oder besondere Führungsdienstgrade der Kreisbrandinspektion.

Der Aufgabenbereich ähnelt sich dem der sogenannten UG-ÖEL, die bereits seit langem im Landkreis besteht. Das Team der UG-ÖEL ist ebenfalls dem Landratsamt zugeordnet. Allerdings für den Bereich Katastrophenschutz. Sie unterstützt im Katastrophenfall den örtlichen Einsatzleiter, der den Gesamteinsatz und somit nicht nur Feuerwehr, sondern mehrere verschiedene Organisationen leitet, wie z.B. Rettungsdienst und THW. Werden sie allerdings nicht für die Unterstützung des ÖEL nach Artikel 15 oder 6 des Bayerischen Katstrophenschutzgesetzes benötigt, unterstützen sie das Team der UG-Feuerwehr personell. Prinzipiell wird bei jedem UG-ÖEL Alarm auch die UG-Feuerwehr alarmiert.

Geübt wird einmal pro Quartal mit einem festen „Drehbuch“. Jeder der drei UG-Gruppen wird dasselbe Szenario eingespielt. Vom Zugunglück, über einen Gefahrguteinsatz bis hin zum Brand in einem Krankenhaus wurden bereits viele Lagen beübt. Die Übungsleitung setzt sich aus einem großen Team von Ausbildern, Führungskräften der Kreisbrandinspektion und einem Gesamtübungsleiter zusammen. Ist für jede UG die 60 minütige Einsatzübung beendet, wird die Arbeit aller drei Gruppen verglichen und nachbesprochen. Eine der größten Herausforderungen ist die stetige Steigerung der Anforderungen während dieser 60 Minuten.

So werden zum Beispiel Meldungen und Problematiken, die auf das Team „einprasseln“ stetig mehr und anspruchsvoller. Heuer wurde die UG-Feuerwehr bereits zweimal eingesetzt. Zum einen bei einem Flächenbrand in Rinnenthal, zum anderen beim Brand in einem Chemie-lagernden Betrieb in Ecknach.

Gesamt betrachtet ist die Einrichtung der UG-Feuerwehr ein großer und wichtiger Schritt für die zukünftige professionelle Einsatzabwicklung.


Schwäbischer Feuerwehrtag